Einweihung der Gedenkstätte Kruschiwl

Im Beisein des Vizepräsidenten des Parlaments der AP Vojvodina, Sandor Egeresi, des Oberbürgermeisters der Stadt Sombor, Dr. Jovan Slavkovic, des Vertreters der Deutschen Botschaft, Michael Derus, des Ortsbürgermeister von Gakovo, Momir Lalic, geistlicher Würdenträger der christlichen Kirchen der Region, Bürgermeister und Vizebürgermeister aus verschiedenen Gemeinden, Vorsitzender der deutschen Vereine in der Vojvodina, der Vertreter der Donauschwaben in Kroatien und vieler Landsleute aus dem In- und Ausland, vor allem aus Deutschland. Alle hatten als Achtung vor den in den Massengräbern ruhenden Donauschwaben Kränze oder Blumengebinde nieder gelegt.

Kruschiwl

Der Vorsitzende der DAG, Dipl. Ing. Rudolf Reimann hatte im Namen der Landsmannschaft in Österreich einen Kranz mit Schleife niederlegen lassen. Die drei offiziellen Vertreter aus der Vojvodina, Sandor Egeresi, Dr. Jovan Slavkovic und Momir Lalic, brachten in ihren Grußworten, ihr Bedauern über das damalige Geschehen an den Deutschen zum Ausdruck und entschuldigten sich für die Gräuel, die was Sie selbst nicht zu verantworten haben. Der Vertreter der Deutschen Botschaft sagte unter anderem

“Heute, mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, weihen wir hier in Krusevlje ein Gedenkkreuz ein. Wir bringen heute in schlichter Weise unsere Trauer um die Menschen, die hier im Lager ums Leben kamen, zum Ausdruck. Uns alle, die wir hier versammelt sind, verbinden Trauer und Gedenken, nicht etwa Vorwürfe oder gar die Aufrechnung von Schuld”.

Kruschiwl

Für alle Gliederungen der weltweit zerstreut lebenden Donauschwaben gedachte der Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, Josef Jerger, der Opfer von Kruschiwl, aller anderer Lagerorte und der Menschen anderer Nationalitäten, die als unschuldige Zivilisten auf dem Territorium des damaligen Jugoslawien ihr Leben verloren haben. Jerger bedankte sich auch bei Hans Supritz für sein unermüdliches Engagement beim Zustandekommen dieser Gedenkstätte. Wörtlich steht in seinem Redetext

“Hans Supritz, hat sich bei der Verwirklichung dieser Gedenkstätte besondere Verdienste erworben. Da Herr Supritz, in Gegensatz zu mir, die serbische Sprache gut beherrscht, war er die erste Ansprechperson bei den Verhandlungen hier in der Vojvodina.Herr Supritz, hatte Skizzen angefertigt, Textvorschläge erarbeitet und vieles mehr getan.Lieber Hans im Namen unserer Landsleute und auch ganz persönlich möchte ich Dir mit einem herzlichen “Vergeltsgott” danken.”

Kruschiwl

Der Bundesvorsitzender der Donauschwaben in Deutschland und Vizepräsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, Dipl. Ing. Hans Supritz, beschloss die ergreifende Einweihungsfeier mit Dankesworte an die Provinzregierung in Novi Sad, die Stadtverwaltung in Sombor, die Ortsverwaltung und die Genossenschaft “Granicar” in Gakovo, auf deren Gemarkung die Gedenkstätte errichtet wurde. Sein besonderer Dank galt dem Vorsitzenden des Vereins St. Gerhard in Sombor, Herrn Anton Beck, der vor Ort für die Ausführung der Arbeiten verantwortlich war und Herrn Arpad Kolar, der ihm so weit als möglich hilfreich zur Seite stand. Die kirchliche Einweihung wurde vom kath. Pfarrer Emmerich Ehmann, in Apatin geboren und unserem Landsmann dem ev. Pfarrer i. R. Jakob Stehle, aus Mramorak stammend, vorgenommen.

Kruschiwl

Grüße des kath. Bischofs von Subotica und des Orthodoxen Bischofs der Batschka wurden von Geistlichen beider Konfessionen überbracht. Der Chor “Juventus Cantat” und Schüler der Musikschule Sombor umrahmten die Feierstunden musikalisch. Die von den Anwesenden gemeinsam gesungenen Lieder wurden von unserem Landsmann Georg Potz intoniert, der auch die Liedtexte mitbrachte.

Dem gemeinsamen Mittagessen in der Turnhalle der Schule in Gakovo folgte in Sombor in der Karmeliterkirche St. Stephan König ein kath. Gedenkgottesdienst in deutscher Sprache. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm der Deutsche Chor aus Sombor.

Kruschiwl

Josef Jerger
[gekürzt]